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Liebe Kundinnen und Kunden,

haben auch Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihr Geld in Bitcoin & Co zu investieren oder sind Sie gar schon stolzer Besitzer von Kryptowährung?

Max Money und Bitcoin 2

Der Hype um die digitale Währung ist riesig und auch in unseren Beratungen wird dieses Thema gerne mal nachgefragt. So kommt immer mal wieder die Frage auf, was wir denn von Bitcoin als Geldanlage halten? Andere wiederum ärgern sich, dass sie nicht schon früher Bitcoins gekauft haben.

Rund um den Globus scheinen Menschen im Bitcoin-Fieber zu sein. Dabei wissen viele gar nicht so recht, wie das digitale Geld eigentlich funktioniert, was sie dabei beachten sollten und welche Risiken damit verbunden sind. Dies ist vielen aber anscheinend egal, schließlich gibt es viel Geld in kurzer Zeit zu verdienen. Selbst Fondsmanager der „gemanagten Fraktion“ setzen auf der Jagd nach Rendite mittlerweile auf die digitale Währung. Auch die Medien haben Spaß an dem Thema und gießen ordentlich Öl ins „Kryptofeuer“. Vor allem das Internet ist voll von Artikeln über Menschen, die durch frühzeitiges Investieren sagenhaft reich geworden sind. Wer möchte da nicht dabei sein?

Wie ist das Ganze überhaupt entstanden? Im November 2007 forderte ein gewisser Satoshi Nakamoto öffentlich ein elektronisches Zahlungssystem, welches nicht auf Vertrauen, sondern auf kryptografischen Nachweisen basiert. Bis heute ist ungeklärt, ob hinter dem Namen (Pseudonym) eine einzelne Person oder eine Gruppe von Software-Entwicklern steckt. Anfang 2009 erschienen dann die ersten Bitcoins und am 22. Mai 2010 tätigte der Softwareentwickler Laszlo Hanyecz eine der ersten Transaktionen mit dem neuen digitalen Geld. Er suchte online eine Person, die ihm gegen 10.000 Bitcoins zwei Pizzen liefern würde. Tatsächlich fand er jemanden und Laszlo Hanyecz wurde mit dieser Transaktion quasi zur Legende. Waren die 10.000 Bitcoins damals rund 40 US-Dollar wert, sind es rund 11 Jahre später mehr als 500 Millionen US-Dollar. Das ist genau die Art von Story, die Menschen geradezu magisch anzieht und hiervon gibt es rund um Bitcoin & Co viele.

Wie aber funktioniert die Kryptowährung?

Um die Funktionsweise besser zu verstehen hilft es, die Technologie in zwei Bereiche aufzuteilen:

  1. Transaktionssystem (Blockchain)
  2. Geldeinheit / Kryptowährung (Bitcoin, Ethereum, Binance Coin, Dogecoin usw.)

Die Blockchain (Kettenelement) ist quasi die Grundlage der Kryptowährungen. Es handelt sich dabei um eine Datenbank, die aus digitalen Blöcken besteht, welche aneinander gekettet werden (daher der Name Blockchain). Diese Datenbank arbeitet „dezentral“ (der Austausch findet über Netzwerke statt) und speichert jede Transaktion unveränderbar. Jeder Teilnehmer hat zumindest einen Teil der Daten auf seinem eigenen Computer gespeichert.

Zur weiteren Erklärung nutzen wir ein vereinfachtes und bildhaftes Beispiel und stellen uns die Blockchain als eine Art Kassenbuch vor, das auf einem Tisch liegt. An dem Tisch sitzen Personen, die ihre Rechnungen gerne per Kryptowährung (z. B. Bitcoin) bezahlen möchten. Jeder Bezahlvorgang (Transaktion) zwischen den einzelnen Personen wird nun für jeden einsehbar in dem Kassenbuch festgehalten. Damit eine Transaktion auch gültig ist, müssen alle Teilnehmer diese bestätigen. Grundsätzlich kann jeder mit einem Internet-Zugang an dem Tisch mit dem Kassenbuch sitzen. Die Blockchain gehört niemandem und kann auch nicht von Einzelnen kontrolliert werden. Zudem soll es unmöglich sein, etwas daran unbemerkt zu verändern. Natürlich ist aus Gründen des Datenschutzes auch alles verschlüsselt / kryptografiert (daher der Name „Kryptowährung).

Wie entsteht die Kryptowährung?

Bitcoin & Co fallen nicht einfach vom digitalen Himmel, sondern müssen „geschürft“ werden (auch „Mining“ genannt). Für jede Transaktion muss ein neuer und gültiger Datenblock gefunden werden. Der Teilnehmer in der Blockchain, der das als erster schafft, bekommt eine Belohnung in Form von „Coins“. Das Mining gleicht dabei in etwa der Suche nach einem Puzzleteil in einer riesigen Kiste voller ähnlich aussehender Puzzleteile. Nur noch mehrere Hochleistungscomputer zusammen sind überhaupt in der Lage, das richtige Puzzleteil zu finden. So gibt es auf der ganzen Welt spezialisierte Mining-Unternehmen, die mit ihren „Server-Farmen“ nach dem digitalen Geld „schürfen“ und dabei riesige Mengen an Strom verbrauchen. Vor allem in China wird geschürft, was das Zeug hält. In einem Beitrag der Fachzeitschrift „Nature“ hat eine Forschergruppe ihre Berechnungen zum entsprechenden Kohlendioxid-Ausstoß veröffentlicht. Demnach würde 2024 (da soll der Höhepunkt erreicht sein) allein nur in China die durch Bitcoin verursachten Kohlendioxid-Emissionen bei etwa 130 Millionen Tonnen liegen. Das entspreche etwa 5,4% der Kohlendioxid-Emissionen der chinesischen Stromerzeugung und sei mehr, als Italien im Jahr emittiert. Ob eine solche Technologie in Zeiten des Klimawandels sinnvoll ist, muss jeder selbst bewerten.

Überhaupt gehen die Meinungen bezüglich Sinn und Unsinn weit auseinander. Während die einen unser bisheriges Geldsystem am Abgrund sehen und alternativ auf Kryptowährungen setzen, sagen die anderen das Platzen einer gigantischen „Kryptoblase“ voraus. 

Das heutige Geld wird von den Zentralbanken kontrolliert und kann nach Belieben vermehrt werden. Beim Bitcoin ist das anders, denn die Anzahl der zu schürfenden Bitcoins ist limitiert. Es gibt derzeit knapp 19 Millionen Bitcoins und bei etwa 21 Millionen ist Schluss. Dieser Umstand ist für den Werterhalt besonders wichtig. Zudem ist er global verfügbar, jeder darf ihn haben und es braucht keinen Mittelsmann (z. B. eine Bank) um damit bezahlen zu können. Obwohl Bitcoin kein offizielles Zahlungsmittel ist, wird dieser von immer mehr Firmen – vor allem in den USA – akzeptiert. So kann man seinen Kaffee bei Starbucks gerne auch mit Bitcoin bezahlen. Ganz anders die Situation in Indien. Die indische Regierung erwägt ein Verbot des Bitcoin für den Handel und Besitz. In China besteht bereits ein Verbot für den Handel mit Kryptowährungen. Aus Regierungssicht durchaus nachvollziehbar, schließlich entziehen sich Kryptowährungen der Kontrolle staatlicher Instanzen.

Kryptowährungen zu kaufen ist die eine Seite, sie sicher aufzubewahren eine andere. Grundsätzlich gehen die digitalen Coins nie verloren, denn sie sind für immer in der Blockchain gespeichert. Aber wenn man seine privaten Schlüssel (Passwort) nicht mehr hat, ist der Zugriff dahin. So hat der in San Francisco lebende deutsche Programmierer Stefan Thomas das Passwort seines Bitcoin-Kontos vergessen. Den „Schlüssel“ (quasi ein sehr langes Passwort) hat er auf einer speziellen Festplatte abgelegt. Die wiederum benötigt ein eigenes Passwort, um die darauf gespeicherten Inhalte zu lesen. Genau dieses Passwort hat er auf einen Zettel geschrieben, den er dummerweise nicht mehr findet. Zehn Eingabeversuche hat er, danach zerstört sich die Platte praktisch von selbst. Zwei sind noch übrig. Das Problem: Die Bitcoins sind rund 220 Millionen Dollar wert.

Generell scheinen verloren gegangene Bitcoin-Schlüssel ein großes Problem zu sein. Es wird geschätzt, dass Bitcoins im Wert von 115 Milliarden Euro in digitalen Bitcoin-Geldbörsen schlummern, weil sich deren Besitzer nicht mehr an das Passwort erinnern. 

Die richtige Aufbewahrung der Passwörter ist also von größter Bedeutung und sogenannte „Wallets“ spielen dabei eine wichtige Rolle. Nur mit Hilfe eines solchen Wallets kann man überhaupt Besitzer von Bitcoin & Co werden. In dieser werden aber keine Kryptowährungen gespeichert, da sich diese immer in der Blockchain befinden. Was das Wallet speichert, sind die Schlüssel und die Adresse, die man braucht, um zum Beispiel Bitcoins zu versenden oder zu empfangen. Um das Wallet auch bei Verlust zu schützen, erstellt diese zu Beginn 12 oder 24 Wörter, die der Anleger unbedingt aufschreiben und an einem sicheren Ort (getrennt vom Wallet) aufbewahren sollte. Ohne diese sogenannten „Seeds“, aus denen die Private Keys errechnet werden, hat man keinen Zugriff mehr auf seine Coins. Das Wallet lässt sich in der „Software-Variante“ bequem (und kostenfrei) auf dem eigenen PC oder Handy speichern. Es gibt auch „Hardware-Varianten“, die ähnlich wie ein USB-Stick aussehen und vermutlich mehr Sicherheit bieten.

Apropos Sicherheit: Gerade für Hacker sind Kryptowährungen ein lohnendes Ziel. Der einst weltgrößten Börse für Internet-Währung, MT.Gox, kamen 650.000 Bitcoin abhanden und schlitterte daraufhin 2014 in die Pleite. Auch die Kryptowährungsbörse Coincheck wurde Opfer eines solchen Angriffs. Die Hacker stahlen „digitale Münzen“ im Wert von 437 Millionen Euro.

Betrüger rund um den Globus nutzen den Hype und die Ahnungslosigkeit der Menschen gnadenlos aus. Ein dreistes Beispiel ist die vietnamesische Krypto-Firma Modern Tech. Diese brachte eine Kryptowährung namens Pincoin auf den Markt und nahm damit rund 660 Millionen US-Dollar von etwa 32.000 Geldgebern ein. Irgendwann war dann das gesamte Team der Firma inklusive Geld verschwunden.

Kommen wir abschließend zu der spannenden Frage, ob es sinnvoll ist, sein Geld in Bitcoin & Co zu investieren?

Um hier eine Antwort zu finden, gestatten Sie eine ganz direkte Frage: Möchten Sie Ihr Geld „investieren“ oder möchten Sie damit „spekulieren“?

Passend zu dieser Frage definieren wir einen Investor wie folgt: Ein Investor denkt grundsätzlich langfristig. Er investiert sein Geld in Kapitalanlagen die er versteht und hinter denen ein fundamentaler Wert (wie z. B. bei Immobilien oder Aktien) steht.

Der Spekulant investiert sein Geld in Anlagen, die in möglichst kurzer Zeit möglichst hohe Gewinne abwerfen. Um welche Kapitalanlage es sich dabei handelt, ist ihm nicht so wichtig. Er ist bereit, hohe Risiken einzugehen.

Dabei geht es hier nicht um richtig oder falsch! Vielmehr darum zu erkennen, was zu mir und meinem Geld passt und das muss jeder selbst entscheiden.

Für uns gehören Kryptowährungen klar in den spekulativen Bereich. Das zeigen allein schon die extremen Ausschläge nach oben und unten. So genial die Erfindung der Blockchain auch ist, es ist keineswegs sicher, ob bzw. welches Krypto-Geld es auf Dauer geben wird. Gab es 2013 gerade mal 66 Kryptowährungen, so sind es Anfang 2021 bereits über 4500!

Wer sein Geld in Bitcoin & Co investieren möchte, sollte sich nicht von „Gier“ oder der „Angst etwas zu verpassen“ leiten lassen. Ein guter Tipp ist sicher auch, nur so viel Geld zu investieren, wie man bei einem Totalverlust verkraften kann.

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